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KeePass (Windows)

KeePass ist ein kostenloser Open-Source-Passwortmanager. Er speichert alle deine Passwörter in einer einzigen verschlüsselten Datei (einer „Datenbank“). Dadurch musst du dir nur noch ein Passwort merken – das Master-Passwort – statt Dutzender verschiedener Passwörter.

Diese Anleitung erklärt in einfachen Worten, warum du einen Passwortmanager brauchst und wie du KeePass im Alltag verwendest.

Warum du ein starkes Passwort brauchst (und warum eines allein nicht reicht)

Ein starkes Passwort ist lang, zufällig und wird nirgendwo anders wiederverwendet. Echte Wörter, Geburtstage und kurze Passwörter können relativ schnell erraten oder geknackt werden. Lange, zufällige Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sind dagegen wesentlich schwieriger zu knacken.

Das Problem: Wenn du auf jeder Website dasselbe starke Passwort verwendest und nur eine dieser Websites gehackt wird, haben Kriminelle möglicherweise den Schlüssel zu all deinen Konten. Deshalb solltest du für jeden Dienst, bei dem du dich anmeldest, ein eigenes starkes Passwort verwenden.

Niemand kann sich 50 oder mehr zufällige Passwörter merken. Genau dafür gibt es einen Passwortmanager.

Was ist ein Passwortmanager?

Ein Passwortmanager ist ein Programm, das:

  • starke, zufällige Passwörter für dich generiert.
  • alle deine Passwörter in einem verschlüsselten „Tresor“ speichert.
  • diesen Tresor mit einem einzigen Master-Passwort schützt – dem einzigen Passwort, das du dir merken musst.
  • deine gespeicherten Passwörter für dich einfügt, sodass du sie nicht selbst eintippen oder auswendig kennen musst.

KeePass ist ein solcher Passwortmanager. Das Programm ist kostenlos, Open Source und speichert deine Passwörter in einer einzigen Datei (einer .kdbx-Datenbank), die mit starken Verschlüsselungsverfahren (AES-256, ChaCha20, Twofish) geschützt wird. Da es sich nur um eine Datei handelt, kannst du sie auf einen anderen Computer, einen USB-Stick oder in einen Cloud-Speicher wie OneDrive oder Google Drive kopieren.

Erste Schritte

  1. Lade KeePass herunter und installiere es. Alternativ kannst du die portable Version verwenden, die keine Installation benötigt – einfach entpacken und starten.
  2. Klicke auf File → New…, um eine neue Datenbank zu erstellen.
  3. Wähle ein starkes Master-Passwort. Das ist ab jetzt das einzige Passwort, das du dir unbedingt merken musst. Es sollte lang sein, zum Beispiel ein gut merkbarer Satz. Wenn jemand deine Datenbankdatei bekommt und dieses Passwort errät, hat die Person Zugriff auf alle darin gespeicherten Passwörter. Wähle es daher sorgfältig.
  4. Speichere die Datenbankdatei an einem sicheren Ort.

Passwörter hinzufügen und organisieren

Klicke mit der rechten Maustaste in die Liste der Einträge und wähle Add Entry…. Für jeden Eintrag kannst du folgende Informationen angeben:

  • Title – der Name der Website oder des Dienstes.
  • User name – dein Benutzername oder deine E-Mail-Adresse.
  • Password – klicke auf die Schaltfläche neben dem Passwortfeld, um automatisch ein starkes, zufälliges Passwort zu generieren, anstatt selbst eines einzugeben.
  • URL – die Adresse der Website. Wenn du später darauf klickst, wird sie in deinem Browser geöffnet.

Die Einträge können links in Gruppen (Ordnern) organisiert werden, zum Beispiel „E-Mail“, „Shopping“ oder „Arbeit“. Über das Suchfeld kannst du einen Eintrag schnell wiederfinden.

Vergiss nicht, die Datenbank nach Änderungen zu speichern. Klicke dazu auf das Disketten-Symbol.

So verwendest du deine gespeicherten Passwörter

Sobald ein Passwort gespeichert ist, bietet KeePass mehrere Möglichkeiten, es zu verwenden, ohne dass du es selbst lesen oder eintippen musst:

  • In die Zwischenablage kopieren. Doppelklicke in der Liste auf den Benutzernamen oder das Passwort (oder verwende Ctrl+B / Ctrl+C), um den entsprechenden Wert zu kopieren. Anschließend kannst du ihn in das Anmeldeformular einfügen. Aus Sicherheitsgründen löscht KeePass den Inhalt der Zwischenablage nach kurzer Zeit automatisch wieder.
  • Auto-Type. Dies ist eine besonders praktische Methode: KeePass kann deinen Benutzernamen und dein Passwort direkt in das Anmeldeformular einer Website „eintippen“, als würdest du sie selbst über die Tastatur eingeben. Wähle den entsprechenden Eintrag aus und verwende den globalen Auto-Type-Hotkey oder den Auto-Type-Befehl. KeePass füllt die Anmeldefelder anschließend automatisch aus.
  • Drag & Drop. Du kannst ein Feld direkt aus KeePass in das gewünschte Fenster ziehen.

Wie funktionieren Plugins?

KeePass verfügt über ein Plugin-System. Plugins sind kleine Erweiterungen von unabhängigen Entwickler:innen, die KeePass um zusätzliche Funktionen ergänzen. Das Hauptprogramm selbst bleibt dadurch relativ einfach, und du kannst nur die zusätzlichen Funktionen installieren, die du tatsächlich brauchst.

Plugins gibt es für viele verschiedene Zwecke, zum Beispiel:

  • Browser-Integration, damit KeePass Anmeldeformulare auf Websites direkt ausfüllen kann.
  • Automatische Backups der Datenbank.
  • Generierung von Zwei-Faktor- bzw. Einmalpasswörtern (TOTP).
  • Import von Passwörtern aus anderen Passwortmanagern oder Browsern.
  • Synchronisierung der Datenbank mit Cloud-Speicherdiensten.

Ein Plugin installieren:

  1. Lade die Plugin-Datei (normalerweise eine .plgx- oder .dll-Datei) von der KeePass-Plugin-Seite herunter.
  2. Gehe in KeePass zu Tools → Plugins → Open Folder. Dadurch wird der „Plugins“-Ordner geöffnet.
  3. Verschiebe die heruntergeladene Plugin-Datei in diesen Ordner.
  4. Starte KeePass neu. Das Plugin wird nun geladen und fügt normalerweise neue Menüeinträge oder Optionen hinzu.

Um ein Plugin wieder zu entfernen, lösche einfach die entsprechende Datei aus dem Plugins-Ordner und starte KeePass neu.

:!: Plugins werden von verschiedenen unabhängigen Entwickler:innen erstellt, und das KeePass-Team kann nicht jedes einzelne Plugin vollständig auf Fehler überprüfen. Installiere daher nur Plugins aus Quellen, denen du vertraust.

Kurze Tipps

  • Verwende dein Master-Passwort niemals für einen anderen Dienst.
  • Erstelle regelmäßig Backups deiner Datenbankdatei. Wenn du sie verlierst – und gegebenenfalls auch die Schlüsseldatei, falls du eine verwendest – sind deine gespeicherten Passwörter verloren.
  • Verwende den integrierten Passwortgenerator, anstatt dir selbst Passwörter auszudenken. Er erzeugt tatsächlich zufällige und starke Passwörter.
de-informal/guides.txt · Last modified: by qfeng

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